30.10.2024

Automotive Engineering in der Transformation

Andrea Baukrowitz und Klara Oeser (ffw GmbH) stellt im Rahmen der Online-Veranstaltung „Automotive Engineering in der Transformation – Arbeit und Qualifikation im Umbruch“ am 30.10.2024 Diagnosen und Schlussfolgerungen aus dem Projekt transform.by zu den Herausforderungen der Transformation für das Automotive Engineering vor.

Es zeigt sich aktuell wieder verstärkt: die Transformation der Automobilindustrie verläuft disruptiv. Bisher erfolgreiche Innovationspfade werden mit der Digitalisierung und der zunehmenden Bedeutung von Elektromobilität verlassen. Neue Player treten weltweit auf den Plan, die das Momentum dieser Veränderungen nutzen, um sich mit vorwärtsweisenden Innovationen auf dem Markt zu platzieren und die Spielregeln zu verändern. Das Automotive Engineering an bayrischen Standorten muss sich auf einen fundamentalen Umbau von Arbeits- und Denkweisen einstellen. Wie sich dies in der Praxis vollzieht, vor welchen Herausforderungen das Engineering dabeisteht und welche Ansatzpunkte sich daraus für ein resilientes und innovationsstarkes Engineering ableiten lassen, stand im Zentrum der Präsentation:

  • Die Zerrissenheit aktueller Produkt- und Innovationsstrategien
  • der Umbau der (globalen) Engineering-Organisation,
  • der Druck auf mehr Agilität und Flexibilität,
  • der aktuelle Rückstand der Digitalen Transformation der Engineering-Prozesse in vielen Unternehmen

markieren wesentliche Eckpunkte des aktuellen Transformationsgeschehens in der Entwicklungsarbeit.

Damit verbunden sind strukturelle Herausforderungen an die Kompetenzentwicklung.

  • Systemkompetenz und die Integration von Mechanik-, Elektronik- und Softwarekompetenz werden im Übergang zum Fahrzeug als smartes System zu zentralen Erfolgsfaktoren. Dringend benötigt werden ein disziplinenübergreifendes System- und Prozessverständnis sowie eine gemeinsame Fachsprache und Methodenkompetenz (insbes. MBSE und Agiles Arbeiten), um das Fahrzeug der Zukunft zu entwickeln.
  • Die fortschreitende Verwissenschaftlichung der Entwicklungsarbeit erfordert mehr Aufmerksamkeit und zielgruppengerechte Konzepte für die Kompetenzentwicklung der Techniker und Facharbeiter im Entwicklungsprozess.
  • Die fachliche Entkernung der Entwicklungsarbeit durch eine überproportionale Zunahme von Steuerungs- und Planungsaufgaben im Kontext von Outsourcing und Globalisierung birgt Risiken für individuelle Beschäftigungsfähigkeit als auch für zukunftsfähige Standortkompetenzen.
  • Das Verhältnis von Kompetenzentwicklung, Arbeitsgestaltung und Organisationsentwicklung, wird vor allem im Kontext der Digitalisierung zunehmend komplex. Es bedarf einer integrierten und gestaltungsorientierten Sicht, um Weiterbildungsressourcen gezielt einzusetzen und Fehlspezialisierungen zu vermeiden.
  • Das HR-Management steht vor der Herausforderung, mit seinen Ressourcen zur Bedarfsanalyse und zielgruppengerechten Konzeptentwicklung wieder näher an den Ort des Geschehens zu gehen und zum Partner in einer dynamischen Transformation zu werden.

Was also tun? Für den Umbau des Engineerings gibt es keine Blaupausen. Wichtig erscheint aktuell, gemeinsam von den Herausforderungen und Lösungen in der Praxis zu lernen.

„Die Transformation der Entwicklungsarbeit zum kollektiven Thema machen!“

Diese Handlungsempfehlung richtete sich vor allem an HR und Betriebsräte, die mit ihrem disziplinen- und bereichsübergreifenden Blick auf den gesamten Entwicklungszyklus Impulse setzen können, Transformation gemeinsam besser zu verstehen, die Produkt- und Innovationsstrategie, Prozesse und Organisationsformen, Arbeitsweisen und Kompetenzen unter die Lupe zu nehmen und so Ansatzpunkte zu identifizieren, das Automotive Engineering besser auf aktuelle und kommende Herausforderungen einzustellen.

Im Download-Bereich findest Du die Präsentation des Vortrags.<

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