Eure Einschätzung: Betriebsräte-Befragung

Seit 2025 führt die ffw GmbH in Kooperation mit der IG Metall Bayern Befragungen unter den Betriebsrät:innen in der bayerischen Automobil- und Zulieferindustrie durch. Dadurch ergeben sich wertvolle Einblicke und Erkenntnisse in die Sicht der Gremien auf die aktuelle Situation der Branchen und in ihren Betrieben.

Im Rahmen der zweiten Betriebsräte-Befragung wurden vom 9. Juni bis 3. Juli 2026 insgesamt 1.649 Betriebsrät:innen aus der bayerischen Metall- und Elektroindustrie angeschrieben. 325 Betriebsrät:innen beteiligten sich an der Online-Befragung. Mit einem Rücklauf von rund 20 Prozent und einer vergleichbaren Stichprobenzusammensetzung können die Ergebnisse unmittelbar an die Befragung des Jahres 2025 anknüpfen.

Die Befragung zeigt: Der Transformationsdruck auf die Betriebe nimmt deutlich zu. Gleichzeitig unterscheiden sich die betrieblichen Reaktionen erheblich. Während ein Teil der Unternehmen vor allem auf Kostensenkung, Personalabbau und Verlagerung setzt, investieren andere Betriebe in Innovation, Qualifizierung und die Weiterentwicklung ihrer Standorte.

Die TOP Themen für die BR-Arbeit sind beschäftigungssichernde Maßnahmen, Mitbestimmung in Veränderungssituationen und strategischer Personalplanung inklusive Qualifizierungspolitik.

Kernerkenntniss ffw-Betriebsrätebefragung 04.2025

Beschäftigung

Der Beschäftigungsabbau in Bayerns Automobilwirtschaft und Maschinenbau setzt sich fort. Bis Ende 2026 könnten rund 19.300 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren gehen. Betroffen sind alle Tätigkeitsgruppen – von Fachkräften bis zu Ingenieur.

Relevante Trends

Betriebsräte bewerten Energiepreise (92 %) und Lieferkettenprobleme (81 %) überwiegend negativ. Digitalisierung, Klimaschutz und neue Antriebe sehen sie dagegen meist positiv. Entscheidend ist, ob Unternehmen eine tragfähige Strategie haben und den Wandel aktiv gestalten.

Potenziale

Digitalisierung und KI bieten Chancen: 68 % der Unternehmen mit zukunftsfähigem Geschäftsmodell optimieren Prozesse digital, 48 % nutzen KI. Doch bei der Einführung dominieren technische Ansätze. Qualifizierung, Arbeitsorganisation und Beteiligung werden oft nachrangig behandelt bleiben ungenutzt.

Wirtschaftliche Situation

Die Lage der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bleibt kritisch: Nur 29 % bewerten sie als gut, 39 % melden eine Verschlechterung. In der Automobilwirtschaft ist die Situation besonders angespannt: Nur 16 % sehen die Lage als gut, 42 % erwarten eine weitere Verschlechterung.

Leitwerkfunktion

55 % der Betriebe fertigen neue Produkte zuerst am eigenen Standort, 54 % erproben dort neue Technologien. Im Maschinenbau sind Leitwerksfunktionen stärker als in der Autoindustrie. Dort erwarten 40 % der Betriebsräte einen weiteren Bedeutungsverlust bei Produkten und Technologien.

Rückverlagerungen

Rückverlagerungen und Nearshoring nehmen zu, bleiben aber deutlich hinter den Verlagerungen zurück. 30 % der Betriebsräte berichten von Rückverlagerungen in der Produktion, 11 % in der Entwicklung und 10 % bei administrativen Aufgaben. Der Verlagerungsdruck bleibt damit hoch.

Verlagerung

Unternehmen reagieren weiter mit Verlagerungen auf die Herausforderungen. Betroffen sind nicht nur Produktion, sondern auch Entwicklung, Verwaltung und strategische Leitwerksfunktionen. Damit drohen langfristig Kompetenzverlust, weniger Innovation und schwächere Standorte in Bayern.

Zukunftsfähigkeit

Verlagerungen betreffen nicht nur Bestandsprodukte (84 %), sondern zunehmend auch neue Produkte (57 %). Besonders hoch ist der Anteil im Maschinenbau bei Bestandsprodukten (92 %) und in der Automobilwirtschaft bei neuen Produkten (68 %). Unternehmen lagern damit zunehmend Zukunft aus.

Alle Infos...

Wenn Du noch weitere Infos willst, findest Du den gesamten Report zur BR-Befragung in unserem Download-Bereich.