23.07.2024

Erklärung zur Transformation

Im Rahmen der Zukunftswerkstatt Transformation am 23.07.2024 in Ingolstadt wurde von der IG Metall Bayern und der ffw GmbH die Erklärung zur Transformation der Presse und Fachöffentlichkeit vorgestellt. Du findest sie hier im Wortlaut:

TRANSFORMATION IN BAYERN

sozial – ökologisch – zukunftsfähig

Herausforderungen

Die Mobilitätswirtschaft befindet sich in einem rasanten Wandel:

  • Veränderungen bei Geschäftsmodellen, Produkten und Dienstleistungen gehen einher mit technologischen und arbeitsorganisatorischen Umwälzungen sowie geostrategischen Verwerfungen.
  • Neue Antriebskonzepte und gestiegene Anforderungen an eine klimaneutrale Produktion verändern die Positionierung der Unternehmen im Markt.
  • Demografische Veränderungen und Fachkräfteengpässe auf dem Arbeitsmarkt stellen die Personalarbeit vieler Unternehmen auf die Probe und fordern mehr präventives Handeln.

Einige Unternehmen haben sich bereits neu orientiert. Sie sind in Zukunftsfeldern wie elektrischem Antrieb, Batterietechnologie, Brennstoffzellen und intelligenten Fahrerassistenz-systemen aktiv. Dennoch bleiben Risiken – insbesondere für Unternehmen und Regionen, die wirtschaftlich noch stark vom klassischen Verbrennungsmotor abhängig sind. Für sie stellen sich vor allem Fragen zum Ausmaß, Tempo, Wirkungen und Gestaltbarkeit der Transformation.

Nicht wenige Unternehmen entscheiden sich aktuell dafür, ihre Bestands- und Zukunftsprodukte an anderen internationalen Standorten entwickeln und herstellen zu lassen. In Folge werden dadurch die Innovationskraft und Standortstärke der Mobilitätswirtschaft in Deutschland und damit auch in Bayern erheblich geschwächt.

Ziele

Die IG Metall Bayern und ihr strategischer Kooperationspartner, die ffw GmbH, setzen sich dafür ein, dass die Transformation sozial, ökologisch und zukunftsfähig gestaltet wird.

Von besonderer Bedeutung dabei sind:

  • Unternehmen, die gemeinsam mit ihren Betriebsräten und Beschäftigten, zukunftsfeste und nachhaltig ausgerichtete Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen entwickeln und umsetzen. Zentrale Aufgaben dabei sind: Innovationen fördern, Arbeit im Sinne von »Gute Arbeit« gestalten, vorausschauend qualifizieren, Beschäftigung sichern und fördern.
  • Regionale Netzwerke, die Rahmenbedingungen für nachhaltig wirtschaftliches Handeln stärken. Zentrale Aufgaben sind dabei: Technische Infrastruktur schaffen, Know-how Basis stärken, Ressourcen bündeln, überbetriebliche Kooperationen fördern, attraktive Arbeits- und Lebensbedingungen stärken, Tarifbindung und betriebliche Mitbestimmung fördern.
  • Der Freistaat Bayern, der eine aktive Industrie- und Regionalpolitik betreibt und dadurch die industrielle Basis der Mobilitätswirtschaft erhält und beschäftigungsförderlich ausbaut
  • Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, die auf der Basis gleicher, aber auch unterschiedlicher Interessenlagen im gemeinsamen Handeln diese betrieblichen, regionalen und bayernweiten Prozesse unterstützen und ausgestalten.

Handeln in Bayern

Regionales und betriebliches Handeln muss zwingend durch industrie- und regionalpolitische Aktivitäten des Freistaates Bayern ergänzt und unterstützt werden. Wir fordern daher ein Förderprogramm „Aufgabe Zukunft – Transformation sozial, ökologisch und zukunftsfähig gestalten“.

Es orientiert sich an obigen Zielen und Handlungsfeldern und sollte zunächst über den Zeitraum von 10 Jahren aufgelegt werden.

Schwerpunkte

  1. Industriepolitischer Dialog: Der Freistaat Bayern, die Gewerkschaften und die bayerischen Arbeitgeberverbände vereinbaren Arbeitsstrukturen für einen industriepolitischen Dialog zu aktuellen Herausforderungen und erforderlichen Maßnahmen zur Gestaltung der Transformation. Dieser Dialog beinhaltet auch die regelmäßige Evaluation und Weiterentwicklung des Förderprogrammes
  2. Nachhaltige Unternehmensentwicklung: In Verbundvorhaben zwischen Unternehmen (Management und Betriebsräte) und anwendungsorientierter Wissenschaft werden neue Wege und Lösungen mit Referenzcharakter für andere Unternehmen entwickelt und transferiert. Förderfähige Vorhaben berücksichtigen die Handlungsfelder Innovation, Technik/Arbeitsgestaltung und Qualifizierung als integrierte Bestandteile.
  3. Regionale Chancen- und Zukunftsfelder: In allen bayerischen Regionen werden Konzepte und regionale Leitprojekte gefördert, welche die beschäftigungspolitischen Potenziale in der Transformation heben können.
  4. Infrastruktur und Wissensbasis: Der Freistaat Bayern wird vorhandene Maßnahmen bei der Digitalisierung, dem Ausbau der erneuerbaren Energien, dem Aufbau von Wasserstoffnetzen und Ladeinfrastrukturen prüfen und weiterentwickeln. Gleiches gilt für die Stärkung der Wissensbasis durch Kooperation und Zusammenarbeit von Unternehmen, anwendungsorientierter Forschung und Qualifizierung.
  5. by und regionale Netzwerke: Die Arbeit der Netzwerke verstetigen und als strategisches Instrument für die Gestaltung der betrieblichen, regionalen und bayernweiten Transformation nutzen.

Nutzen

Dieses Programm wird die zentralen Stärken des Industriestandorts Bayern nutzen und ausbauen:

  • Industrielle Basis mit Entwicklung, Produktion und Vertrieb im Unternehmen und überbetrieblich als Wertschöpfungssystem erhalten und auf Anforderungen der Transformation ausrichten.
  • Kooperation der Sozialpartner und der Betriebsparteien, um eine höhere Geschwindigkeit und Konsistenz für ausbalancierte Lösungen herzustellen.
  • Sicherheit und Wandel als zwei Seiten einer Medaille verstehen und ausgestalten.
  • Bündelung von fachlichen Expertisen für Zukunftslösungen in Unternehmen und Regionen.
  • Gezielte Nutzung und Ausbau der Kompetenzen der Beschäftigten durch eine innovationsförderliche Arbeitsgestaltung und Qualifizierung.

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