Fallstudien zwischen Maschinen und Menschen

Die Betriebsfallstudien liefern eine 360°-Sicht auf interne und externe Faktoren und die damit verbundenen Chancen und Risiken für das Unternehmen. Genutzt wird das QIBA-Modell (Qualifikation, Innovation/Geschäftsmodelle, Beschäftigung und Arbeitsgestaltung), um die Transformationstreiber für das Unternehmen besser zu verstehen.

Zukunftsthemen erfordern ein integriertes Vorgehen Technik - Organisation - Qualifizierung. Andernfalls ergeben sich Reibungsverluste und Blockaden, die den Fortbestand des Betriebs und seine Wettbewerbsfähigkeit gefährden.

Kernerkenntnis ffw-Fallstudien

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Fallstudien
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und mehr Interviews
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und mehr betriebliche Projekte

Dadurch geben wir Orientierung und Impulse für die künftige Entwicklung des Unternehmens und ausgewählter Jobfamilien. Eine Betriebsfallstudie in den teilnehmenden Unternehmen besteht aus einem Methodenmix, der Experten-Interviews, verschiedene Workshopformate und Dokumentenanalysen beinhalten kann. Die Ausgestaltung der Betriebsfallstudie wird jeweils in Vorgesprächen und durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen teilnehmendem Unternehmen und der ffw GmbH konkretisiert. Die Ergebnisse werden in einem Fallstudien-Report zusammengefasst und in betrieblichen Workshops der Führung, dem Betriebsrat und den Beschäftigten vorgestellt, um erste Impulse für Veränderung zu setzen.

QIBA-Modell und betriebliche Mitbestimmung

Das QIBA-Modell bietet einen Ordnungsrahmen für das Handeln von Betriebsräten und berücksichtigt wechselseitige Abhängigkeiten betrieblicher Prozesse. Im Fokus steht die Förderung betrieblicher Innovationen, um nachhaltige Beschäftigungsperspektiven zu sichern. Ebenso wichtig ist eine lern-, gesundheits- und persönlichkeitsförderliche Gestaltung der Arbeit in der Digitalisierung, damit neue Technologien zu „Guter Arbeit“ beitragen. Dazu gehört auch die Qualifizierung der Mitarbeitenden, damit ihre Kompetenzen zu künftigen Aufgaben passen. Schließlich soll eine vorausschauende Beschäftigungspolitik verankert werden, die Personalabbau vermeidet und Übergänge in neue Tätigkeiten ermöglicht.

Q

wie Qualifizierung

Information/ Bewertung / eigene Initiativen: Qualifizierungsplanung einfordern (§§ 92, 96), Beschäftigungssicherung § 92a, siehe auch TV-Q
Mitbestimmung: Qualifizierung erzwingen (§ 97.2), Qualifizierung ausgestalten (§§ 96-98), siehe auch TV-Q

I

wie Innovation

Information & Beratung & eigene Initiativen: Betriebsänderung (§§ 111/112), Wirtschaftsausschuss (§ 106), Unterrichtungs- und Beratungsrechte (§ 90), Quantitative und qualitative Auswirkungen auf die Personalplanung (§ 92), Beschäftigungssicherung (§ 92a)

B

wie Beschäftigung

Information & Beratung & eigene Initiativen: Betriebsänderung (111/112), Wirtschaftsausschuss (106), Unterrichtungs- und Beratungsrechte (90/91), Quantitative und qualitative Auswirkungen auf die Personalplanung (92), Beschäftigungssicherung (92a), aber auch personelle Einzelmaßnahmen (§99 ff)

A

wie Arbeitsgestaltung

Information & Beratung & eigene Initiativen: siehe Veränderungen
Mitbestimmung: § 87.1., vor allem Ziffern 6 (technische Einrichtungen inkl. KI), 7 (Arbeits- und Gesundheitsschutz, ArbSchG, BetrSichV), 13 (Gruppenarbeit) und 14 (mobile Arbeit); §§ 90/91, § 111

Zentrale Erkenntnisse

Die Fallstudien haben aufgezeigt, dass Mitbestimmung in der Transformation sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. In vielen Betrieben ist sie verarmt, kommt maximal auf das gesetzlich notwendige Niveau bei partiell großen Reibungen zwischen den Betriebsparteien. In wenigen Betrieben wird eine erweiterte Mitbestimmung gelebt, die zielführend dafür ist, ob und wie die Herausforderungen durch die Transformation gemeinsam bewältigt werden können.

Beschäftigung

In den 2010er Jahre erfolgte ein stabiler Aufbau von Beschäftigung in den Betrieben. Seit 2019 schleichender Abbau und seit 2024/25 spitzt sich die Krise weiter zu.

Innovation

In den Betrieben finden sich unterschiedliche Ausgangsbedingungen für betriebliche Innovationsprozesse. Dadurch ergeben sich verschiedene Handlungsoptionen, die betriebsspezifisch zu bewerten sind.

Veränderung

Vorherrschend ist ein technologiezentriertes Veränderungsmanagement. Qualifizierung und Arbeitsgestaltung sind meist vergessene oder nachgelagerte Prozesse. Die Transparenz der Veränderung wird regelmässig hergestellt, meist jedoch eher spät vor der eigentlichen Veränderung.

Arbeitsgestaltung

Die negative Rendite aus den Versäumnissen der Vergangenheit macht sich nun immer mehr bemerkbar: arbeitsbedingtes Voraltern, selektive Kompetenzentwicklung, unternehmenskulturell bedingte Grundmuster, insbesondere im Kontext von Personalführung.

Personalarbeit

Hohe Veränderungsdynamik der Transformation einerseits trifft in den meisten Betrieben auf eine Personalarbeit die anlassbezogen, reaktiv und selektiv stattfindet. Meist fehlen auch die Ressourcen bzw. der entsprechenden Prozesse, v.a. strategischer Personalarbeit.

Qualifizierung

Die allgemein, bspw. von der Agenut Q erhobenen "Future Skills" dienen als Orientierungsrahmen. Sie müssen immer betrieblich angepasst werden. Häufig fehlt ein systematisches Vorgehen: Erkenntnisse – Pilot – Serie.