09.12.2025

Geschäftsmodelle: Ungenutzte Potenziale aus Sicht von Betriebsräten

Im Rahmen der ffw-BR-Befragung, durchgeführt von INIFES und SZ Bonn im April 2025, wurde deutlich, welche ungenutzten Potenziale die befragten Betriebsrät:innen in ihren Betrieben sehen.

Insgesamt sind nur 8% der befragten Betriebsrät:innen in der KFZ-Branche davon überzeugt, dass ihr Betrieb über ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell verfügt. Daneben bestätigen 56% der Befragten, dass es weitgehend zukunftsfähig ist. Also auch hier ergeben sich, neben den restlichen 36% der Betriebe, Potenziale für die Gestaltung dieser relevanten strategischen Grundlage für die Bewältigung der Transformation und die Sicherstellung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

Aus Sicht aller Betriebsrät:innen ergeben sich Gestaltungsdefizite insbesondere bei der strategischen Personalplanung & Qualifizierungspolitik. Aus den Fallstudien wissen wir, dass diese oft gar nicht vorhanden ist, da Weiterbildung als eher arbeitsferne Tätigkeit der Verantwortung der Arbeitnehmenden überlassen wird. In der Folge ergeben sich damit Kompetenzdefizite, die zu geringer Produktivität bis hin zu einer mangelhaften Beschäftigungsfähigkeit führen. Erschreckend ist in diesem Zusammenhang das geringe Interesse des Managements und der Personalverantwortlichen an der Erhebung und Unterstützung des Qualifizierungsbedarfs der Beschäftigten. In 77% der Betrieb wird der Qualifizierungsbedarf regelmäßig nicht erhoben. Damit veraltet Wissen, Beschäftigte werden vom Prozess des strukturierten Lernens entwöhnt und Arbeit erhält wenig bis keine Innovationsimpulse von den Beschäftigten selbst – die Expert:innen für die Tätigkeit.

Ein weiteres Defizit ist die Einbeziehung von Betriebsräten und Beschäftigten bei Veränderungsmaßnahmen. So informieren nur ein Drittel der Betriebe die Beschäftigten adäquat bei Veränderungen. Aus der Forschung ist jedoch gerade die frühzeitige Information ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz geplanter Maßnahmen. Im Idealfall sollten die Beschäftigten auch in der Gestaltung der Veränderung einbezogen werden.

Nachholbedarf ergibt sich weiterhin bei der Anwendung digitaler Technologien zur Prozessoptimierung und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz. Während die Digitalisierung überwiegend im Kontext von Prozessoptimierung eingesetzt, ist das bei KI noch sehr unterentwickelt. Es besteht bei Betrieben, die bisher wenig Interesse an digitalisierten Prozessen gehabt haben (immerhin 37% auf Basis der Befragung), dass diese KI aus „Ausrede“ nutzen, diese relevante Grundlagenphase zu überspringen. Nur optimierte, bewährte Prozesse sollten auch digitalisiert werden. Und nur dann kann auch KI eine weitere Effizienzsteigerung garantieren. Bei anderen Prozessen führt das eher zu neuen Problemstellungen, womit die Effizienz auf der Strecke bleibt.

Transform.by unterstützt Betriebe beim Update ihres Geschäftsmodelle. Dabei arbeiten Management und Betriebsrat zusammen mit den Beschäftigen im offenen, transparenten Prozess an den Kernfragen des Betriebs. Auf diese Weise wird das Unternehmen zukunftsfest und positioniert sich in einem herausfordernden Umfeld mit einer motivierten, gut qualifizierten Belegschaft.

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