10.12.2025

Mitbestimmung: ein Instrument für gelingende Transformation?

Im Rahmen von 35 Fallstudien hat das ffw, partiell zusammen mit anderen Partnern, im Rahmen von transform.by Erkenntnisse über den Status der Mitbestimmung in den untersuchten Betrieben. Auf Basis der weiteren Expertise der ffw können wir durchaus abschätzen, dass sich dadurch ein relativ repräsentatives Bild der Rolle der betrieblichen Arbeitnehmervertretungen in der bayerischen Automobil- und Zulieferindustrie ergibt.

Die Grundbedingungen sind in den Betrieben sehr heterogen. Die Qualität der industriellen Beziehungen ist in den Unternehmen unterschiedlich entwickelt. Im Kern können wir die Formen der Mitbestimmung in folgender gradueller Abstufung beschreiben:

  • Betriebe mit erweiterter Mitbestimmung. Strategische Entscheidungen werden gemeinsam beraten. Bei anstehenden Veränderungen geht es darum, frühzeitig einen Ausgleich unterschiedlicher Interessen zu erreichen und dadurch die Akzeptanz von Entscheidungen zu erhöhen. Der Betriebsrat wird als strategischer Partner wahrgenommen und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe gestaltet.
  • Betriebe mit gesetzlicher Mitbestimmung. Grundlage bildet das Betriebsverfassungsgesetz. Es gibt nur eine nachgelagerte Information und Behandlung strategischer Entscheidungsprozesse. Der Betriebsrat wird nicht als strategischer Partner wahrgenommen und eine Zusammenarbeit in diesem Feld findet nur sehr eingeschränkt statt.
  • Betriebe mit verarmter Mitbestimmung. Eine frühzeitige und umfassende Information von Veränderungsprozessen durch das Management findet entgegen den gesetzlichen Bestimmungen nicht statt. Der Betriebsrat wird nicht als strategischer Partner wahrgenommen. Er wird häufig mit abgeschlossenen Entscheidungsprozessen des Managements konfrontiert. Diese können dann nur noch punktuell korrigiert werden. Die Entwicklung gemeinsamer Lösungen findet nicht statt.

Die Fallstudien haben klar aufgezeigt, dass Transformation Sicherheit im Wandel braucht. Dazu müssen auf betrieblicher Ebene verschiedene Vorrausetzungen gegeben sein:

  1. Ausbalancierte Ziele zwischen Management und Beschäftigten (Wozu?)
  2. Strukturiertes und mitbestimmtes Vorgehen (Wie?)
  3. Beteiligung der Beschäftigten (Macht- und Fachressource)
  4. Neue Anforderungen an Handeln und Kompetenzen der Betriebsrät:innen

Allein wenn beide Betriebsparteien diese vier Aspekte erkennen und danach handeln, ergibt sich eine arbeitspolitische Grundlage für bessere Beschäftigung und ein gemeinsames strategisches Vorgehen.  Mitbestimmung wird zu einem konstruktiven Gelingensfaktor für Transformation. Transform.by unterstützt dabei beiden Seiten in einem erprobten Prozess und passt diesen an die betrieblichen Rahmenbedingungen entsprechend an.

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