Reports
Erkenntnisse zur Zukunft der Arbeit
Aus unserer Fallstudienarbeit präsentieren wir die Ergebnisse im Rahmen von vier Reports. Sie geben einen Überblick zur Situation in verschiedenen Teilbranchen der bayerischen Automobilindustrie. Sie sind alle geprägt von disruptiven Umbrüchen, die auf sehr unterschiedlichen Ausgangs- und Rahmenbedingungen in den Betrieben treffen.
In der Produktion ist die schwankende Nachfragesituation eine große Herausforderung. Im Engineering sehen wir die aktuelle Entwicklung der Verlagerung nach Osteuropa und Asien kritisch, da es auch anders gehen kann. Überall zieht KI ein und insbesondere im Bereich Administration ergeben sich dadurch neue Spannungsfelder. Am Ende erleben in den Autohäuser die Kunden die Transformation – ein Spiegelbild unserer aktuelle Gesellschaftssituation.
Entdecke die Ergebnisse mit allen Sinnen: als Dokument, Podcast oder Video.
Produktion braucht mehr Flexibilität und Fokus auf den Menschen
Die Produktion ist ein Kernbereich der Wertschöpfung der Branche. Hier treffen Anforderungen an Arbeitssysteme auf den permanenten Wunsch nach Effizienz und Produktivität. Durch die Veränderungen der Produkt- und Produktionsanforderungen sowie der stark schwankenden Nachfragesituation, erleben die Unternehmen aktuelle große und disruptive Umbrüche. Wie diese besser zu bewältigen sind, haben wir in diesem Report zusammengetragen.
Die drei Kernthesen für die Zukunft in Produktion
Der Report stellt drei wesentliche Thesen auf:
- Produktionssysteme in der Fahrzeugindustrie in Deutschland müssen Wettbewerbsfähigkeit/Produktivität mit Resilienz verbinden, um verlagerungsresistent zu sein; effizientes und effektives Störungs-management auf der Shopfloor-Ebene sind der Schlüssel für beschäf-tigungssicherndes Produktionsmanagement.
- Der Leitwerksgedanke (in Deutschland entwickeln, serienreif machen und dann der Produktion übergeben) kann nur dann funktionieren, wenn der Innovationsprozess zwischen Entwicklung, Vorserie/ Industriali-sierung und Produktion nicht durch standortverlagerungsbedingte Zersplitterung zerrissen wird; nur der Erhalt der Feedbackschleifen lässt das Produktions-Knowhow insgesamt für das Unternehmen wachsen.
- Komplexe, flexible und resiliente Produktionsanlagen/ Arbeits-systeme können nur mit team- und gruppenförmigen Arbeitsformen, die das menschliche Arbeitsvermögen, wie Kreativität, Intuition, Kooperation und Kommunikation, wertschätzen und nutzen, wirtschaftlich betrieben werden; Gute Arbeit kann im Hochlohnland wettbewerbsfähig sein, wenn „intelligente“ Arbeitssysteme mit flexiblen Technikkonzepten kombiniert werden.
Engineering: noch Innovationsmotor oder schon abgehängt?
Software-defined Vehicle, Elektromobilität und China-Speed – das Engineering steht im Zentrum der Transformation. Doch die Gewissheit, sich auf „Made in Germany“ und exzellente Entwicklungskompetenz verlassen zu können, bröckelt – auch in Bayern. Zu langsam, zu teuer, die Softwareentwicklung nicht im Griff. Viele Unternehmen reagieren mit der Verlagerung von Entwicklungsaufgaben nach China oder Osteuropa. Der Report hält dagegen und fordert einen zukunftsfähigen Umbau des Engineerings – mit Hinweisen für die betriebliche Praxis
Die drei Kernthesen für die Zukunft im Engineering
Der Report stellt drei wesentliche Thesen auf:
- Das Engineering steht als Innovationmotor im Zentrum der Transformation. Geschwindigkeit, Softwarekompetenz und die Fähigkeit, sich flexibel auf Kundenanforderungen in einer dynamischen Automotive-Welt einzustellen, werden zu zentralen Erfolgsfaktoren und stressen Engineering-Standorte. Agilität, Digitalisierung, das organisatorische Zusammenwachsen von Mechanik, Elektronik und Software sowie die Verzahnung bisher sequenzieller Prozesse in Entwicklung und Produktion sind Voraussetzung dafür, dass Engineering-Standorte im globalen Wettbewerb bestehen können.
- Beschäftigte im Engineering sehen aktuell ihre Arbeitsplätze in Gefahr – durch Verlagerung von Engineering-Aufgaben an globale Standorte und durch fehlendes Engagement der Unternehmen zur Sicherung der Innovationsfähigkeit und im Aufbau zukunftsfähiger Strukturen, Prozesse und Kompetenzen. Überlastung im Spannungsfeld neuer Herausforderungen und veralteter Lösungen sowie schwindendes Vertrauen in die Zukunft gefährden Motivation, Bindung und Engagement in der Transformation.
- Engineering-Standorte brauchen eine klare Zukunftsstrategie, die Chancen und Stärken nutzt und nach Lösungen für Schwächen und Risiken sucht. Eine oft unterschätzte Stärke vieler Standorte: die Nähe und funktionierende Zusammenarbeit von Entwicklung, Testing, Labor, Produktion und anderen Funktionen. Es gilt, diese Stärke zu erkennen und für flexible und schnelle Entwicklungszyklen zu nutzen. Ein oft unterschätztes Risiko: die Entkernung vieler Standorte durch kostengetriebene Verlagerung entwicklungsrelevanter Funktionen im Produktlebenszyklus
Verwaltung zwischen Weiterentwicklung und Rationalisierung
Die Arbeit in den Büros der Automobilindustrie ist geprägt von einem hohen Digitalisierung- und Effizienzdruck. Durch den vermehrten Einsatz künstlicher Intelligenz und der Reduzierung des Arbeitplatzsangebot stellt sich die Frage nach der Relevanz der administrativen Tätigkeiten für die Wertschöpfung im Rahmen der Transformation. Der Report geht ausführlich auf diese Themen ein und gibt Hinweise für die Praxis.aben wir in diesem Report zusammengetragen.
Die drei Kernthesen für die Zukunft der administrativen Bereiche
- Arbeitsverdichtung statt Transformation: Der Stellenabbau in der Verwaltung ist oft ein kurzfristiger Kostenhebel, der zu massiver Arbeitsverdichtung und Überlastung führt – nicht primär zur technologischen Erneuerung. Weniger Personal muss nicht nur mehr Arbeit bewältigen, sondern sich gleichzeitig in neue, komplexe Systeme einarbeiten, was zu Überlastung und gesundheitlichen Risiken führt.
- Digitalisierung als Chance für höherwertige Tätigkeiten (Upgrading): Die Automatisierung von Routinen schafft Raum für anspruchsvollere Tätigkeiten wie Datenanalyse und strategische Beratung. Wir müssen diese Transformation aktiv gestalten, um Wettbewerbsfähigkeit durch bessere Jobs zu sichern.
- Weiterbildung und Duale Ausbildung – der vergessene Schlüssel: Unternehmen vernachlässigen Weiterbildung und duale Ausbildung, obwohl die modernen Berufsbilder die dringend benötigten Kompetenzen für Digitalisierung und Transformation liefern. Ohne Weiterbildung in Future Skills und KI-Kompetenzen, droht vielen Angestellten in der Verwaltung der Verlust ihrer Beschäftigungsfähigkeit.
Das KfZ-Handwerk: Wachstum und Umbruch
Für die erfolgreiche Wertschöpfung ist der Verkauf von KfZ ein entscheidender Faktor. Nirgends spiegelt sich die aktuelle wirtschaftliche Situation Bayerns und Deutschlands so klar wieder wie im Autohaus: die Fahrzeuge, die verkauft werden und die Leistungen, die nach dem Kauf verlangt werden, sind ein Spiegelbild der gesellschaftliche Rolle des Autos und der Mobilität. Welche Herausforderungen in den Tätigkeiten und den Strukturen in den Autohäusern stecken, zeigt dieser Report. Er gibt wertvolle Tipps, wie auch in Zukunft das KfZ-Handwerk goldenen Boden haben kann.
Die drei Kernthesen für die Zukunft im Service und Vertrieb
- Aktuell ist die Belastungssituation, v.a. im Werkstattbereich sehr hoch. Um im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen, diese auch zu halten, werden Betriebe nur erfolgreich sein, wenn sie sich eine wertschätzende Unternehmenskultur erarbeiten. „Fordern und fördern“ sollte eine Balance haben und nicht einseitig in eine Richtung ausschlagen.
- Die Branche sollte sich bewusst sein, dass jedes Fahrzeug ein Hochleistungsprodukt ist, das mit Stolz im Schaufenster stehen kann. Dabei spielt die Antriebsvariante keine Rolle. Daher sollten insbesondere Mythen über E-Autos im vertrauensvollen Verkaufsgespräch entzaubert werden. Finanzierungs- und Servicekonzepte, die Sicherheit geben, runden ein gutes Angebot ab.
- In den Werkstätten werden bis in die 2040er Jahre noch Verbrenner-Fahrzeuge stehen. Trotz neuer Anforderungen durch Digitalisierung (nicht nur im Fahrzeug, auch im Betrieb) und Antriebswende, bleiben Grundkenntnisse sehr relevant, um das System „Auto“ zu verstehen. Ein Ölwechsel gehört in Zukunft genauso dazu wie Kenntnisse zu Sensoren. Echte Qualifizierung spielt dabei die wesentliche Rolle im Sinne einer lernenden Organisation.












